Thema: Finanzmarktaufsicht

Raiffeisenbanken bestehen AQR und EZB-Stresstest deutlich

Heft 11/2014

RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner: „Die RZB hat den Stresstest klar bestanden“. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien und die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich erreichen die besten Ergebnisse unter Österreichs Banken.

Dem Stresstest war auch ein umfangreicher Bilanztest vorausgegangen (Asset Quality Review – AQR), um alle EZB- Banken umfangreich bewerten zu können. 25 der 130 geprüften Banken haben den EZB-Fitnesscheck nicht bestanden, darunter auch das Spitzeninstitut des österreichischen Volksbankensektors, die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG).
Die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) hat dagegen den Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) klar bestanden. „Die Ergebnisse des Stresstests belegen das robuste Geschäftsmodell der RZB, denn gerade für unseren Heimmarkt Zentral- und Osteuropa galten im Vergleich zu anderen europäischen Regionen sehr harte Stressszenarien“, sagte Walter Rothensteiner, Generaldirektor der RZB. Die RBI war als Teil der RZB Gegenstand des EZB-Stresstests. Im Basisszenario (Mindesterfordernis der EZB: 8%) erreicht die RZB eine harte Eigenkapitalquote (CET1=Common Equity Tier 1) von 9,48%. Im ungünstigen Szenario (Mindesterfordernis der EZB: 5,5%) beträgt die CET1 Quote der RZB, 7,77%.
„Die Europäische Zentralbank hat uns bei diesem Test ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt“, freute sich auch Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ. Im Basisseznario erreicht die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich eine CET1-Quote von 11,31%. Bei einem unterstellten verschärften Stress-Szenario kommt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich auf 7,93%.
Ebenso eindeutig bestand die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Im Stresstest nach dem Basisszenario ergab sich für die RLB NÖ-Wien eine CET1-Quote von 17,01%. Im ungünstigen Szenario erreichte die RLB NÖ-Wien eine CET1-Quote von 11,81%.
Dem österreichischen Wackelkandidaten ÖVAG fehlen dagegen nach den EZB-Vorgaben im Jahr 2016 fast 865 Mio. Euro. Da sich die Probleme bereits abgezeichnet hatten, gibt es Pläne, die faulen Kredite und Wertpapiere des Spitzeninstitutes des Volksbanken-Sektors in eine „Bad Bank“ auszulagern.