Thema: Euro

Euro-Falschgeldaufkommen bleibt gering

Heft 2/2009

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Bargeldumlauf des Eurosystems 2008 abermals einen deutlichen Anstieg verzeichnet. Mit Dezember waren rund 783 Mrd. Euro im Umlauf (+12,7 % gegenüber Dezember 2007).
Im zweiten Halbjahr 2008 wurden insgesamt 354.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Zahlungsverkehr gezogen. Dies bedeutet einen Anstieg um rund 13 % gegenüber der Zahl der in den vorhergehenden sechs Monaten aus dem Umlauf genommenen Banknoten.

Da sich die Anzahl der echten im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten jedoch ebenfalls erhöht, bleibt das Falschgeldaufkommen gering. Die Bevölkerung kann sich daher auf die Qualität der Euro-Banknoten und ihrer Sicherheitsmerkmale verlassen. Gleichwohl rät das Eurosystem, d. h. die Europäische Zentralbank (EZB) und die 16 nationalen Zentralbanken des Eurogebiets, der Bevölkerung zur Wachsamkeit und empfiehlt, erhaltene Banknoten auf ihre Echtzeit zu prüfen.

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Historisch betrachtet wurde die 50-€-Banknote am häufigsten gefälscht, aber im zweiten Halbjahr 2008 war die 20-€-Banknote die am häufigsten gefälschte Banknote. Insgesamt entfielen auf die drei mittleren Stückelungen (20–, €, 50,– € und 100,– €) etwa 94 % aller Fälschungen.

Die Mehrzahl (98 %) der in der zweiten Jahreshälfte 2008 sichergestellten Fälschungen wurde in Ländern des Euro-Währungsgebiets entdeckt. Lediglich rund 1 % der Falschnoten wurde in EU-Mitgliedstaaten, die nicht dem Euroraum angehören, ausfindig gemacht und der Rest (ebenfalls 1 %)  in der übrigen Welt.

In Österreich sind in diesem Zeitraum insgesamt 8.082 Fälschungen im Zahlungsverkehr aufgetreten. Damit reduziert sich der Anteil an den gesamten Euro-Fälschungen auf 1,21 % gegenüber 1,38 % im Vorjahr. Österreich bleibt somit eines der Länder mit dem geringsten Fälschungsaufkommen des Eurosystems.

In Österreich entfielen mehr als die Hälfte (52,9 %) der Fälschungen auf 100-€-Noten.

Insgesamt hat sich die Schadenssumme auf EUR 774.740,– (–12 %) reduziert. Im Verhältnis zu einem Banknotenumlauf in Österreich von mehr als 21,5 Mrd. EUR ergibt sich ein Wert von 0,036 Promille.

Der Schwerpunkt des Falschgeldaufkommens lag unverändert im Ballungsraum Wien und im angrenzenden Niederösterreich. Gemeinsam kommen die beiden Bundesländer auf über die Hälfte aller sichergestellten Fälschungen.

Die OeNB hat im Jahr 2008 1,35 Mrd. Stück Banknoten auf Echtheit und Umlauffähigkeit geprüft. Für Privatpersonen in Österreich besteht nach wie vor eine äußerst geringe Wahrscheinlichkeit, mit Falschgeld in Berührung zu kommen. Mit zahlreichen Informationsmaßnahmen hält die OeNB die österreichische Bevölkerung permanent auf dem Laufenden. Neben Medienkooperationen, Schulungen und Präsenz auf Messen ist auch der Euro-Bus jährlich in ganz Österreich unterwegs, um über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten zu informieren.

Um professionelle Bargeldverwender (Kassiere in Banken und Handel) im Umgang mit Falschgeld auszubilden, werden regelmäßig spezielle Schulungen von OeNB-Experten durchgeführt.